Für Aussteller, Hundehalter und Hundetrainer
Mit Psychologie, Wirkung und Körpersprache beschäftige ich mich aus beruflichen Gründen schon seit Beginn meines Berufslebens. Dabei habe ich früh gelernt, wie stark Menschen über Haltung, Bewegung, Blick, Präsenz und innere Einstellung wirken, oft lange bevor überhaupt ein Wort gesprochen wird. Besonders geprägt hat mich dabei die Arbeit von Samy Molcho und sein Verständnis von Körpersprache und nonverbaler Kommunikation.
Heute bringe ich dieses Wissen gezielt in einen Bereich ein, der mir sehr nahe ist: den Umgang mit Hunden. Dabei ist mir eine Sache wichtig: Ich bin kein Handler und gebe kein Ringtraining. Dafür gibt es Spezialisten, die ihr Handwerk über viele Jahre gelernt und perfektioniert haben.
Ich beschäftige mich mit dem Menschen am anderen Ende der Leine. Körpersprache. Ausstrahlung. Mentalen Haltung. Die der Frage, wie all das auf den Hund und auf das Umfeld wirkt.
Was bedeutet Körpersprache überhaupt?
Körpersprache ist ein wesentlicher Teil unserer nonverbalen Kommunikation. Wir kommunizieren nicht nur mit Worten. Auch Haltung, Bewegung, Mimik, Blickrichtung, Distanz, Körperspannung und Bewegungsrhythmus senden ständig Signale. Viele davon laufen unbewusst ab.
Gleichzeitig beeinflusst unser innerer Zustand unser äußeres Verhalten. Nervosität, Unsicherheit, Anspannung oder Leistungsdruck bleiben selten nur im Kopf. Sie verändern unsere Haltung, unsere Bewegungen, unsere Atmung und häufig auch unsere Reaktionen. Genau hier beginnt für mich das Thema mentale Stärke.
Vier Ebenen, die ich betrachte:
1. Mein eigenes Verhalten: Wie stehe ich? Wie bewege ich mich? Wie wirke ich nach außen? Vor allem: Was passiert mit meiner Körpersprache, wenn ich unter Druck gerate? Innere Anspannung wird häufig sichtbar. Sie verändert Bewegungsabläufe, Blick, Körperspannung, Geschwindigkeit und Reaktionsverhalten. Der erste Schritt ist deshalb für mich immer die Selbstwahrnehmung. Denn nur was ich bei mir selbst wahrnehme, kann ich auch verändern.
2. Wie wirke ich auf meinen Hund? Für mich ist das eine der wichtigsten Ebenen. Hunde nehmen unsere Bewegungen, Körperspannung und Veränderungen im Verhalten sehr genau wahr. Wenn ich hektisch werde, verändert sich häufig auch die gesamte Situation. Wenn ich unsicher werde, kann sich meine Kommunikation verändern. Wenn ich dagegen klar, ruhig und verlässlich bleibe, kann das dem Hund Orientierung geben. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, Verhalten zu vermenschlichen oder jedem Signal sofort eine Emotion zuzuordnen. Mich interessiert die Wechselwirkung zwischen Mensch und Hund. Was verändert sich bei meinem Hund, wenn ich selbst angespannt bin? Was passiert, wenn ich ruhiger werde? Was sende ich vielleicht aus, ohne es selbst zu merken?
3. Wie nehme ich andere Menschen wahr? Gerade im Ausstellungsring wird das sehr interessant. Auch ein Ringrichter kommuniziert nonverbal. Blickrichtung, Körperorientierung, Distanz, Bewegungsrhythmus und Aufmerksamkeit können Hinweise darauf geben, was gerade in einer Situation passiert. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Gedankenlesen. Auch nicht darum, einen Ringrichter gezielt zu beeinflussen. Körpersprache ist kein Wörterbuch. Ein einzelnes Signal sagt selten eindeutig etwas aus. Aber ich kann lernen, Situationen bewusster wahrzunehmen und mein eigenes Verhalten daraufhin zu reflektieren. Bin ich im richtigen Moment präsent? Stehe ich vielleicht ungünstig? Nehme ich wahr, worauf sich die Aufmerksamkeit gerade richtet? Wirke ich ruhig und souverän oder bin ich bereits zu hektisch? Es geht darum, situationsgerecht und souverän zu handeln.
4. Verhalten im Wettbewerb: Auch Mitbewerber wirken auf uns. Ein sehr selbstbewusst auftretender Aussteller, ein bekanntes Team oder ein vermeintlich stärkerer Hund können unbewusst etwas mit der eigenen mentalen Haltung machen. Man beginnt zu vergleichen. Man beobachtet plötzlich mehr die anderen als sich selbst. Man wird nervöser. Oder verändert unbewusst seine Körpersprache. Für mich ist deshalb eine wichtige Frage: Was nehme ich bei anderen wahr und was macht diese Wahrnehmung mit mir selbst? Auch hier geht es nicht darum, andere einzuschüchtern oder besonders dominant aufzutreten. Im Gegenteil. Mein Grundsatz lautet: Das Ziel ist nicht, souverän zu wirken. Das Ziel ist, souveräner zu werden. Wenn die innere Haltung stimmt, verändert sich die Wirkung nach außen von selbst.
Nicht den Hund verändern, zuerst sich selbst wahrnehmen!
Genau hier sehe ich meine Aufgabe. Ich möchte weder besseres Handling lehren noch erklären, wie ein Hund trainiert werden muss. Dafür gibt es Menschen mit entsprechender fachlicher Spezialisierung. Ich ergänze diesen Bereich um den Blick auf den Menschen.
- Wie wirke ich?
- Was nehme ich wahr?
- Was löst eine Situation in mir aus?
- Wie kann ich bewusster damit umgehen?
Denn aus meiner Sicht wird in der Arbeit mit Hunden sehr viel über das Verhalten des Hundes gesprochen. Deutlich weniger wird darüber gesprochen, welchen Anteil der Mensch selbst an einer Situation hat.
Für Aussteller
Im Ausstellungsring treffen viele Faktoren gleichzeitig aufeinander: der eigene Hund, der Ringrichter, Mitbewerber, Publikum, Zeitdruck und die eigene Erwartungshaltung. Hier können Körpersprache und mentale Stärke dabei helfen, die eigene Aufmerksamkeit zu steuern und auch unter Druck bei sich und beim eigenen Hund zu bleiben.
Für Hundehalter
Auch im Alltag wirkt unsere Körpersprache ständig. Viele Situationen lassen sich besser verstehen, wenn ich nicht nur darauf schaue, was mein Hund gerade macht, sondern auch darauf, was ich selbst in diesem Moment tue.
Für Hundetrainer
Vorträge · Workshops · Training
Seit September 2026 ist dieses Thema gezielt für Aussteller, Hundehalter und Hundetrainer zugänglich. In Vorträgen, Workshops und Trainings geht es dabei nicht um Patentrezepte. Es geht um Wahrnehmung. Um Reflexion. Darum, das eigene Verhalten besser zu verstehen.
Wer mit einem Hund arbeitet, sollte nicht nur den Hund beobachten.
Er sollte auch lernen, sich selbst zu beobachten.
Jörg Sommer (Gasttrainer)
Körpersprache & mentale Stärke
Ihre Investition
- Einzelcoaching, Training und Beratung: 180 € zzgl. MwSt. pro Stunde
- Für Vorträge, Workshops, Trainings oder Coachings auf Tagesbasis berechne ich ein Tageshonorar von 2.500 € zzgl. MwSt.
Bei Vor-Ort-Terminen kommen die vereinbarten Fahrt- und gegebenenfalls Übernachtungskosten hinzu. Als Tagestermin gilt ein Einsatz, für den ich einen wesentlichen Teil des Tages verbindlich reserviere, unabhängig davon, ob die reine Vortrags- oder Trainingszeit drei, vier oder sechs Stunden beträgt.
